Von: J.Patterson
Süß, salzig, mit Kick. Das ist nicht nonnas alla vodka – und ganz sicher nicht das Glas aus’m Supermarkt irgendwo in Upstate New York. Das hier? Deine neue Allzweckwaffe. Für echt alles.
Wir benutzen diese Sauce für alles: kleine Suppen-Shooter (Grilled Cheese, wir kommen!), schnelle Pasta, die Basis für eine frische, herzhafte Lasagne, die ziemlich weit von der klassischen Variante entfernt ist — und ja, sogar als selbstgemachter „Ketchup“. Ich hab sie gestern auf einen Burger gestrichen. Gold.
Sie ist cremig (ohne Sahne – also vegan!), vollgepackt mit Umami, leicht süß (aber ohne Zucker – anders als diese alten Rezepte, die die Säure verstecken wollen), salzig und befriedigend, auch ohne Käse. Aber klar: streu Pecorino drauf, leg Burrata rein, übergieß Hühnchen – funktioniert alles. Und wie das funktioniert!
Wie bei allen unseren Rezepten: auf dem Papier super einfach, aber das Ergebnis von jahrelangem Probieren. Der eine Punkt, bei dem wir nicht verhandeln: Tomaten. Keine Dosen. Immer frisch, saisonal, aromatisch. Qualität zählt.
Wir machen große Mengen im Juli und August, damit wir genug zum Einmachen oder Einfrieren haben – reicht dann bis weit in den Frühling. Und wenn das für dich zu oma-mäßig klingt – fair. Aber bitte, nimm frische Tomaten. Auch wenn sie aus Italien kommen. Treibhausware? Lieber nicht. Riech vorher dran – wenn sie nach nichts riechen, schmecken sie auch nach nichts.
Wir verwenden etwa 3–4 kg gemischte Tomaten – jede Sorte bringt was anderes mit:
Ochsenherz – samtiges Fruchtfleisch, wenig Kerne
Roma/San Marzano/Lima – fleischig und intensiv
Erdbeer-, Pflaumen- oder Kirschtomaten – süß und aromatisch
Unsere Ochsenherzen sind alte Sorten, wir bauen sie bio an. Wenn unser Garten nicht genug hergibt, kaufen wir Kistenweise italienische Frühlingstomaten. Wir haben mit Köch:innen aus Griechenland, Polen und Italien gesprochen – alle sagen: die besten Soßen fangen mit reifen Tomaten an.
(Dr. Kavvadia auf Korfu kann das bestätigen – wir haben zugeschaut, wie er seinen eigenen Bio-Tomatensugo gemacht hat. Natürlich auch mit Ochsenherz.)
Ein Schuss – oder drei. Hört sich wenig an, aber bringt alles zusammen: Aroma, Geschmack, Balance. Kein Witz – man schmeckt’s, wenn’s fehlt.
Tipp: Bio-Wodka aus Weizen passt hier besser – Kartoffelwodka ist oft zu scharf.
Menge: ca. 1,5–2 Liter (je nach Tomatensorte und Reduktion)
Zutaten:
3–4 kg frische, reife Tomaten
(am besten gemischt: Ochsenherz, Roma/Lima, Erdbeer-/Pflaumen-/Kirschtomaten)
1–2 mittelgroße Zwiebeln, in Scheiben geschnitten (optional — wir machen das Gericht genauso oft ohne, um verschiedenen Ernährungsbedürfnissen gerecht zu werden, und sie fehlt wirklich nicht).
3–5 EL gutes Olivenöl
2–3 ordentliche Schüsse Balsamico
60–90 ml Wodka
Salz, nach Geschmack
Optional: rosa Pfeffer, Kräuter, Chili, ein Schuss Wasser
Backofen auf 235°C vorheizen
Tomaten vorbereiten: waschen, Strunk raus, grob hacken. Auf Backbleche legen, mit Olivenöl beträufeln, salzen, vorsichtig mischen.
20–30 Minuten rösten, bis sie leicht trocken aussehen und leicht bräunen.
Tipp: Du brauchst ca. 3–4 Bleche – also eventuell in Etappen backen.
Zwiebeln anbraten, ca. 5–7 Minuten. Dann Balsamico, Wodka, und optional Pfeffer/Chili dazu. Noch 3–5 Minuten köcheln lassen.
Pürieren (glatt oder rustikal – wie du magst). Salz und rosa Pfeffer nach Geschmack.
Optional: durch ein Sieb streichen, wenn du’s extra fein willst.
Sofort servieren oder heiß in saubere Gläser füllen, dann wasserbad oder einfrieren.
Im Kühlschrank: in gut verschlossenen Gläsern 3–5 Tage haltbar.